Wie geht es den ukrainischen Kindern und Jugendlichen mit Krebs in der Schweiz, die zu Beginn des Ukrainekriegs in die Schweiz flüchteten? Dieser Frage ging die Kinderonkologin Rahel Kasteler nach, unterstützt vom SPOG Young Investigator Grant. Die Studie wurde soeben publiziert.
Der Krieg in der Ukraine hat ab 2022 die Krebsbehandlung vieler Kinder und Jugendlicher unterbrochen. Allein im ersten Kriegsjahr kamen über eine internationale Hilfsinitiative 37 Betroffene mit ihren Familien in die Schweiz, weitere Betroffene trafen über private Transporte ein. Sie wurden auf die neun Schweizer Kinderkrebszentren verteilt.
In fünf dieser Zentren befragte ein Studienteam um Rahel Kasteler die Familien zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität, mit einem Fragebogen auf Ukrainisch. Die Kinder und Jugendlichen gaben selbst Auskunft, und auch die Eltern schätzten das Wohlbefinden ihres Kindes ein. Von 23 angefragten Familien nahmen 14 an der Befragung teil. Für diese Studie erhielt Rahel Kasteler Unterstützung durch den Young Investigator Grant der SPOG. Die Zeitschrift «Current Oncology» hat die Studienresultate vor Kurzem veröffentlicht [1].
Tiefere Lebensqualität bei älteren ukrainischen Kindern und Jugendlichen mit Krebs
Die Studie zeigt: Ältere krebskranke ukrainische Kinder und Jugendliche in der Schweiz berichteten tendenziell von einer geringeren Lebensqualität als jüngere Kinder, insbesondere hinsichtlich der körperlichen Funktionsfähigkeit. Das emotionale und soziale Wohlbefinden variierte altersbezogen weniger stark, lag bei Jugendlichen aber tendenziell tiefer.
Die Untersuchung war klein, und die Auswirkungen der kriegsbedingten Vertreibung, der Krebserkrankung und der Behandlung sind nicht voneinander zu trennen. Die Autor:innen sehen in den Resultaten dennoch einen Hinweis darauf, dass geflüchtete Kinder und Jugendliche mit Krebs eine altersgerechte Unterstützung benötigen, auch bei der körperlichen Rehabilitation.
Über die Studienautorin
Die Kinderonkologin Rahel Kasteler gewann 2022 einen Young Investigator Grant der SPOG. Sie arbeitet heute als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Oberärztin am Universitäts-Kinderspital Zürich.
Quellenhinweise
- Kasteler R, Farrag A, Klein-Franke A, Mazzara C, Ceppi F, Vetter C, von der Weid N, Scheinemann K. Quality of Life in Ukrainian Children and Adolescents with Cancer Relocated to Switzerland During the Russian-Ukrainian War: An Exploratory Multicenter Study. Oncol. 2026, 33(9), 553; https://doi.org/10.3390/curroncol33090553
Veröffentlicht 03.11.2026
Brigitte Casanova
Brigitte Casanova begleitet Kommunikationsprojekte der SPOG, als Germanistin ergänzt sie das naturwissenschaftlich ausgerichtete Team des Koordinationszentrums.
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