Die SPOG feiert 2026 ihr 50-jähriges Bestehen und blickt auf prägende Momente ihrer Vereinsgeschichte zurück. Dazu gehört auch das Benefizkonzert. Warum die Idee vor 14 Jahren fast zu scheitern drohte und weshalb der Anlass bis heute mehr als ein musikalischer Höhepunkt ist.
Wenn am Ende des Benefizkonzerts alle Chöre gemeinsam auf der Bühne stehen und das Lied «Prendre un enfant» singen, wird sichtbar, was diesen Anlass seit seinen Anfängen auszeichnet: Menschen aus unterschiedlichen Generationen, Kulturen und mit verschiedenen musikalischen Hintergründen kommen zusammen und tragen gemeinsam zu einem Ganzen bei. Für SPOG-Direktorin Isabelle Lamontagne-Müller ist dieser Moment besonders aussagekräftig: «Gemeinsam ein Lied zu singen, ist für mich so symbolhaft dafür, gemeinsam etwas bewegen zu wollen.»
Dieser Grundsatz gilt auch für die Kinderkrebsforschung. Forschung ist auf die Zusammenarbeit vieler Menschen und Institutionen angewiesen. Die SPOG verantwortet klinische Studien und Forschungsprojekte in der ganzen Schweiz und arbeitet mit internationalen Partnern zusammen. «Krebs bei Kindern und Jugendlichen ist eine komplexe Thematik, bei der man nur gemeinsam vorwärtskommt. Das Chorkonzert ist für mich ein Abbild davon», erklärt Lamontagne-Müller.
"Krebs bei Kindern und Jugendlichen ist eine komplexe Thematik, bei der man nur gemeinsam vorwärtskommt."
Isabelle Lamontagne-Müller
Direktorin SPOG
Beim Benefizkonzert geht es um mehr als die musikalische Darbietung. Der Anlass schafft Begegnungen, macht die Arbeit der SPOG einem breiteren Publikum bekannt und bringt Menschen mit der Kinderkrebsforschung in Kontakt. «Am Schluss geht es immer um die Menschen. Die Menschen, die an Krebs erkranken, und ihre Familien. Aber auch um die Menschen, die etwas für sie bewegen können.»
Aus einer Idee wird eine Tradition
Dass das Benefizkonzert zu einem festen Bestandteil der SPOG werden würde, war zu Beginn jedoch keineswegs absehbar. Isabelle Lamontagne-Müller wollte einen Benefizanlass organisieren und schrieb zahlreiche Chöre in Bern an. Zunächst blieb ihr Engagement allerdings erfolglos. «Ich habe einen ziemlichen Aufwand betrieben, aber es kam nichts zurück. Keine Rückmeldung», erinnert sie sich.
Hilfe fand sie bei Shu-Fang Hsu Schmitz, die zu dieser Zeit bei der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für Klinische Krebsforschung (SAKK) arbeitete. Hsu Schmitz war schon damals Präsidentin des chinesischen Chiao-Ai-Chors und hatte Kontakte zur Chorvereinigung Bern und Umgebung. Dadurch konnte sie mehrere Chöre für das Projekt gewinnen. «Es ist eine grossartige Möglichkeit, sich mit anderen Chören auszutauschen und zu vernetzen», sagt sie heute.
Die Tochter von Isabelle Lamontagne-Müller malte zu Beginn die Bildmotive für die Flyer. Bei den ersten beiden Ausgaben des Benefizkonzerts war die Prinzessin (r.) auf dem Flyer abgebildet, danach wurde die Biene abgedruckt.
Die erste Ausgabe des Benefizkonzerts zugunsten der SPOG fand schliesslich am 9. Juni 2012 in der Französischen Kirche Bern statt. Seither wird der Anlass alle zwei Jahre durchgeführt und fand 2026 bereits zum siebten Mal statt. Möglich ist das nur dank des persönlichen Einsatzes vieler Menschen. Unter anderem steuerte die Tochter von Isabelle Lamontagne-Müller in den ersten Jahren die Motive für die Programmflyer bei und malte dafür eine Prinzessin und eine Biene. Der Mann von Shu-Fang Hsu Schmitz suchte Sponsoren für den Druck der Flyer. Auch heute tragen neben den Chören zahlreiche Helferinnen und Helfer zum Gelingen des Konzerts bei, etwa bei der Organisation, der Technik und der Betreuung vor Ort.
Für Shu-Fang Hsu Schmitz gehört dieses Engagement längst zur Tradition des Anlasses. «Nach einem Benefizkonzert denken wir eigentlich schon an das nächste», erzählt sie. Der Chiao-Ai-Chor ist seit dem ersten Konzert dabei. Seither hat sich die Zusammensetzung immer wieder verändert: Einige Chöre sind weggefallen, andere dazugekommen.
Ein Konzert, das zur SPOG passt
Über die Jahre ist ein musikalischer und kultureller Mix entstanden, der den Charakter des Konzerts prägt. 2026 boten der Chiao-Ai-Chor, der Chor BOLLITT’o misto, der Dreif-Gospelchor, der Jodlerklub Maiglöggli Jegenstorf sowie der Kinderchor der International School of Berne den über 300 Besucherinnen und Besuchern ein abwechslungsreiches Programm. Unterschiedliche Altersgruppen, Kulturen und musikalische Stile trafen dabei aufeinander.
Auch darin erkennt Lamontagne-Müller eine Parallele zur Arbeit der SPOG. «Die Philosophie eines Vereins ist es, gemeinsam etwas zu erreichen.» In der Kinderkrebsforschung gilt dasselbe: Verschiedene Expertinnen und Experten, Kinderkrebszentren und Forschungsgruppen bringen ihr Wissen zusammen, um die Behandlung und die Lebensqualität von Kindern und Jugendlichen mit Krebs weiter zu verbessern.
"Nach einem Benefizkonzert denken wir eigentlich schon an das nächste."
Shu-Fang Hsu Schmitz
Präsidentin Chiao-Ai-Chor
Eine besondere Rolle spielen für Lamontagne-Müller dabei Shu-Fang Hsu Schmitz und der Chiao-Ai-Chor. «Sie sind das Rückgrat von allem», sagt sie. Dass der Chor bei jeder Ausgabe dabei war, steht für die Beständigkeit, die das Benefizkonzert über die Jahre entwickelt hat.
Aus einem Benefizanlass ist so eine Tradition geworden, die weit über die Musik hinausgeht. Sie macht die Arbeit der SPOG sichtbar und verbindet Menschen, die etwas für Kinder und Jugendliche mit Krebs bewegen möchten. «Wir hängen alle sehr an diesem Projekt. Ich hoffe, dass wir diese Tradition noch viele Jahre weiterführen können», sagt Lamontagne-Müller. Das nächste Benefizkonzert ist für das Jahr 2028 geplant.
Veröffentlicht 25.09.2026
Rodrigo Cerletti
Rodrigo Cerletti betreut Kommunikationsprojekte der SPOG und verantwortet den Spendenservice. Mit einem Master in Medien- und Kommunikationswissenschaft sowie der Erfahrung als Journalist bringt er seine Schreibkompetenz ins Team ein.
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