1976, dem Gründungsjahr der Schweizerischen Pädiatrischen Onkologie Gruppe SPOG, verlief eine Krebserkrankung bei Kindern meistens tödlich. Heute, 50 Jahre später, überleben 88,5 Prozent der betroffenen Kinder und Jugendlichen in der Schweiz. Ein unglaublicher Sprung.
Was machte diese Entwicklung möglich? Wer waren die Pionierinnen und Pioniere, die sich damals vernetzten, um gemeinsam bessere Behandlungen für Kinder mit Leukämien, Lymphomen, Leber- oder Hirntumoren zu finden, um nur einige Krebserkrankungen im Kindesalter zu nennen?
Zu ihrem 50-jährigen Bestehen zeichnet die SPOG in einer Chronik den Weg der Kinderkrebsforschung in der Schweiz nach. Mit Andreas Feldges kommt darin ein Kinderonkologe zu Wort, der bei der Gründung dabei war: «Das Ziel war, multinationale, interdisziplinäre Studien für die Behandlung des kindlichen Krebses zu entwickeln.» Dies geschah mit der Vision, die Heilungschancen von Krebsleiden bei Kindern und Jugendlichen zu verbessern. Die internationale Zusammenarbeit war dabei eine Grundbedingung, denn Kinderkrebs ist zum Glück selten – nur gemeinsam konnten die forschenden Kinderärztinnen und Kinderärzte genügend Betroffene einheitlich behandeln und beobachten, um die wirksamste Therapie zu finden.
Eindrückliche medizinische Fortschritte
Das Überleben der Kinder und Jugendlichen stand lange im Vordergrund. Der ehemalige SPOG-Präsident Felix Niggli und die Kinderonkologin Maja Beck Popovic zeigen in ihren Beiträgen auf, wie sich die Kinderonkologie und die Behandlungsprotokolle entwickelten und wie erfreulich sich die Überlebensrate der Betroffenen erhöhte.
Damit änderten sich auch die Forschungsfragen. «Heute geht es nicht mehr nur darum, dass ein Kind überlebt», betont die SPOG-Präsidentin Katrin Scheinemann, «sondern wie es überlebt – möglichst mit einer Lebensqualität und allen Chancen, als hätte es diese Krebserkrankung nie gehabt.» In der Forschung rücken die Nachsorge und die Minimierung von Spätfolgen in den Fokus. Moderne Technologien eröffnen innovative, personalisierte Behandlungsmöglichkeiten.
Hohe Anforderungen an die Forschung mit Menschen
Die Forschung mit Menschen wurde international und national immer stärker reguliert. Das Ziel ist dabei, die Patientinnen und Patienten zu schützen und die Qualität der Daten zu gewährleisten. Dies machte es jedoch immer komplexer und aufwendiger, eine Studie durchzuführen, schreibt die SPOG-Direktorin Isabelle Lamontagne-Müller. Früher genügte eine Sekretärin, um die Forschenden zu unterstützen. Heute übernehmen 18 Spezialistinnen und Spezialisten am SPOG-Koordinationszentrum alle nicht-medizinischen Aufgaben.
Die Chronik gibt einen abwechslungsreichen Einblick in die Kinderkrebsforschung der SPOG in der Schweiz. Im Vergleich zur Situation bei Erwachsenen hat sie Einzigartiges erreicht, so Katrin Scheinemann: «Jedes Kind in der Schweiz unter 18 Jahren, das an einer onkologischen Erkrankung erkrankt, hat Zugang zur aktuell bestmöglichen Therapie.»
Die «Chronik der Hoffnung» steht hier zum Download bereit. Wenn Sie ein gedrucktes Exemplar wünschen, wenden Sie sich bitte an partnerrelations@spog.ch.