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SPOG-Jubiläumssymposium: Fortschritt dank Kooperation und Koordination

Am grossen Jubiläumssymposium in Bern versammelten sich Forschende, Behördenvertretende, Betroffene und Unterstützende, um gemeinsam 50 Jahre SPOG zu feiern. Wie es in den Anfängen war, wie die enormen Fortschritte erzielt wurden und welche Herausforderungen heute bestehen: Der Tag würdigte Erreichtes und machte Mut für die Zukunft.

«Weit mehr als nur ein zeitlicher Meilenstein: ein halbes Jahrhundert Engagement, Zusammenarbeit und Fortschritte in der Versorgung krebskranker Kinder und Jugendlicher. Tausende junger Leben, die gerettet, verlängert oder entscheidend verbessert wurden – dank eurem Engagement.»

Mit diesen Worten eröffnete Salome von Greyerz, Leiterin Abteilung Gesundheitsversorgung und Berufe beim Bundesamt für Gesundheit, den Reigen der offiziellen Grussbotschaften am SPOG-Jubiläumssymposium. Am 5. Juni trafen sich dazu alle Beteiligten der «Kinderonkologie der Schweiz» in Bern, rund 200 Personen waren anwesend. Katrin Scheinemann und Nicolas Gerber, Präsidentin respektive Vizepräsident der SPOG, führten gekonnt durch den Tag.

 

Breite Zusammenarbeit und effektive Koordination

«Einen Eckpfeiler der pädiatrischen Onkologie» nannte Nicole Schaad, Ressortleiterin Nationale Forschung beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI, die SPOG. Im komplexen und sich ständig weiterentwickelnden Bereich der Krebserkrankungen im Kindesalter seien eine effektive Koordination und eine ausreichende kritische Masse unerlässlich. Die langjährige finanzielle Förderung durch das SBFI ist, so Schaad weiter, eine klare Anerkennung der hervorragenden wissenschaftlichen Arbeit der SPOG. Das Netzwerk wisse es, öffentliche Investitionen in messbaren Nutzen für die Gesellschaft und für die Patientinnen und Patienten umzusetzen.

Manuela Weichelt, Nationalrätin und Vorstandsmitglied von Kinderkrebs Schweiz, hob die hohe Überlebensrate von über 87 % bei Kindern und Jugendlichen mit Krebs in der Schweiz hervor. Sie betonte die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Forschenden, politischen Entscheidungsträgern, Organisationen und Familien.

 

Wie es in den Anfängen war

Einblick in 50 Jahre Forschungsarbeit gab Professor Günter Henze, langjähriger Leiter der pädiatrischen Onkologie und Hämatologie an der Charité in Berlin. 1972 sei noch fast jedes Kind an akuter lymphoblastischer Leukämie gestorben. Dass einmal über 90 % der jungen Betroffenen überleben würden, hätten sie sich damals nicht vorstellen können. Kooperation, nicht Wettbewerb, hätten die Fortschritte ermöglicht.

 

Das Überleben weltweit verbessern

Felix Niggli, ehemaliger SPOG-Präsident, wies darauf hin, dass hohe Überlebensraten nur in Ländern mit hohem Einkommen erreicht werden. In Ländern mit mittlerem und tiefem Einkommen liege die Überlebensrate bei 20 %. Maja Beck Popovic, emeritierte Professorin vom Kinderuniversitätsspital Lausanne, stellte unter anderem die «Global Initiative for Childhood Cancer» der WHO vor. Sie erinnerte auch an das humanitäre Engagement des Gründungsvaters der SPOG, Hans-Peter Wagner: Er hat bereits 1993 innerhalb der internationalen Gesellschaft für pädiatrische Onkologie (SIOP) einen Ausschuss ins Leben gerufen, der Ländern mit geringen Ressourcen half, die Krebsbehandlungen bei Kindern zu verbessern.

 

Eine nachhaltige Finanzierung

Präsidentin und Direktorin der SPOG, Katrin Scheinemann und Isabelle Lamontagne-Müller, stellten mit sichtlicher Freude und Stolz die heutige SPOG vor. Sie betonten, wie wichtig eine nachhaltige Finanzierung sei, damit eine Studie – und mit ihr die darin durchgeführten Behandlungen – auch zu Ende geführt werden könne. Dieses Versprechen würden sie den Patient:innen und ihren Familien geben.

 

Grosse Fortschritte auch bei den Studiendesigns

Nicht nur die Diagnose- und Behandlungsmethoden verbesserten sich enorm, sondern auch die Studiendesigns machten eine grosse Entwicklung durch. Dies beleuchtete Pamela Kearns, emeritierte Professorin der Universität Birmingham. Die Herausforderung sei es, trotz kleiner Patientengruppen in klinischen Studien die beste Vorgehensweise zu ermitteln. Moderne Studiendesigns machten dies möglich.

 

Eine Revolution ist im Gange

Obwohl vier von fünf Kindern Krebs überleben, bleibe die weitere Forschung vordringlich. Jean-Pierre Bourquin, Professor am Universitäts-Kinderspital Zürich, legte die Gründe dar: Einerseits ist Kinderkrebs noch immer die häufigste krankheitsbedingte Todesursache bei Kindern, andererseits tragen mindestens ein Drittel der Kinder bleibende Langzeitfolgen von der Toxizität der Behandlung. Die heutige enorm rasche Entwicklung nannte Bourquin eine «Revolution». Der neue nationale Forschungsschwerpunkt «Children and Cancer» ermögliche es, die Biologie von Kinderkrebsarten besser zu verstehen und neue massgeschneiderte Therapien zu finden.

 

Einen echten Nutzen für Betroffene und ihre Familien

Welche Studien sind für die Patient:innen und ihre Familien wirklich wichtig? Das letzte Wort hatten die «Patient Advocates». Sie sind im «SPOG Patient Advisory Board» organisiert. Nicole Seiler, Nicole Scobie und Paul Castle stellten das junge Gremium vor. Der Patientenbeirat diene als «Übersetzer» zwischen den Betroffenen sowie ihren Familien und den Ärzt:innen. Die Patientensicht ist ein weiteres Puzzleteil, das die Kinderkrebsforschung voranbringt.

Das Symposium fand einen wunderbaren musikalischen Abschluss mit Brahms. Es stellte sich heraus, dass herausragende Kliniker und Forscher auch sehr gute Musiker sein können.

Eindrücke vom Jubiläumssymposium in Bern

 

Sponsoren ermöglichen das Jubiläumssymposium der SPOG

Wir danken unseren Sponsoren Kinderkrebs Schweiz (Gold), Norgine AG (Silber), Krebsliga Schweiz, Krebsforschung Schweiz, Zoé4life, Recordati AG, Interpharma, Brunello Gianella, Ipsen (Bronze) und Lipomed AG (Spezial) für die Unterstützung.

Kinderkrebs Schweiz – Childhood Cancer Switzerland

Veröffentlicht 09.06.2026
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Brigitte Casanova
Brigitte Casanova

Brigitte Casanova begleitet Kommunikationsprojekte der SPOG, als Germanistin ergänzt sie das naturwissenschaftlich ausgerichtete Team des Koordinationszentrums.

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